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......@@ -18,10 +18,10 @@ We think that it is important to collect and evaluate organization-specific usag
Several funding and business models exist to enable gold open-access publications. They roughly can be categorized via two dimensions:
+ The main motivation of libraries for providing financial resources is to get “writing access”, i.e. to enable affiliated research to publish directly open access (e.g. the APC/BPC model)
+ The main motivation of libraries for providing financial resources is to get “reading access”, i.e. to enable the publication of research in open access that would otherwise be only accessible to subscribers (e.g. “subscribe to open” of Annual Reviews). The co-funding of new open-access publications guarantees free access not only for own members but also for other libraries and the rest of the world.
+ The writing, i.e. the possibility of publication by an academic author, is in the foreground and must be financed by the affiliated institution or a research funder.
+ The Reading, i.e. the possibility of receiving literature for researchers, students and interested parties, is in the foreground. This means that publications that were previously only accessible to subscribers are now to be transformed into open access, whereby the co-financing of such open-access publications not only ensures free access for one's own members, but also for other libraries and the rest of the world.
The library co-funding of gold open-access publications can also be motivated by a combination of “writing” and “reading” access (with varying weighting), for example if books in collections and series as well as articles in journals are not only read and cited by faculty members and students but also if researcher regularly publish in those venues.
The library co-funding of gold open-access publications can also be motivated by a combination of “writing” and “reading” approach (with varying weighting), for example if books in collections and series as well as articles in journals are not only read and cited by faculty members and students but also if researcher regularly publish in those venues.
## Examples of useful statistics
......@@ -37,7 +37,7 @@ The organization-specific usage reports also play a prominent role in the fundin
To sum up:
+ Organization-specific usage reports for open-access publications are largely irrelevant for business models where gaining “writing access” motivates funding (e.g. APCs/BPCs).
+ Organization-specific usage reports for open-access publications are important for business models where gaining “writing access” motivates —at least in parts—funding.
+ Organization-specific usage reports for open-access publications are largely irrelevant for business models that focus exclusively on writing (i.e. the possibility of publication) as a motivation for assuming the costs of open-access publications.
+ Organization-specific usage reports for open-access publications are important for business models where the reception of open-access publications is (partly) the motivation for assuming the costs.
Although usage statistics cannot record the complete usage of open-access publications by members of an organization (IP range of the organization vs. private IP addresses of members), COUNTER reports have the potential to be an important instrument for decision support for libraries when it comes to participate in the co-funding of open-access journals and books, particularly if those content is of interest for their students and faculty members.
......@@ -18,26 +18,26 @@ Der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE erachtet es z. B. als wichtig,
Für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen unmittelbar im Open Access (*Goldenes Open Access*) gibt es verschiedene Finanzierung- bzw. Geschäftsmodelle. Diese kann man grob danach einordnen, ob
+ der „schreibende Zugriff“, d.h. die Publikationsmöglichkeit eines Autors/einer Autorin im Vordergrund steht und von seiner /ihrer Einrichtung bezahlt wird (wie dies beim APC/BPC-Modell der Fall ist), oder
+ der „lesende Zugriff“, d.h. die Open-Access-Stellung von Publikationen, die bisher nur Angehörigen von kaufenden oder lizenznehmenden Einrichtungen zugänglich waren, im Vordergrund steht (bspw. das Modell „Subscribe to Open“ von Annual Reviews). Die Mitfinanzierung von neuen Open-Access-Publikationen sichert dabei nicht nur den freien Zugang für die eigenen Angehörigen, sondern auch für andere Bibliotheken und den Rest der Welt.
+ das Schreiben, also die Publikationsmöglichkeit eines wissenschaftlichen Autors oder einer wissenschaftlichen Autorin im Vordergrund steht und über die jeweilige Einrichtung oder einen Forschungsförderer finanziert werden muss, oder
+ das Lesen, also die Rezeptionsmöglichkeit von Literatur für Forschende, Studierende und Interessierte im Vordergrund steht. Es also darum geht Publikationen, die bisher nur Angehörigen von kaufenden oder lizenznehmenden Einrichtungen zugänglich waren, in den Open Access zu stellen, wobei die Mitfinanzierung solcher Open-Access-Publikationen dann nicht nur den freien Zugang für die eigenen Angehörigen sichert, sondern auch für andere Bibliotheken und den Rest der Welt.
Die bibliotheksseitige Mitfinanzierung von Gold-Open-Access-Publikationen kann auch durch eine Kombination vom „schreibenden“ und „lesenden“ Zugriff (mit unterschiedlichen Gewichtungen) motiviert sein. Dies liegt vor, wenn Bücher in Programmbereichen und Reihen sowie Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften nicht nur von den eigenen Angehörigen rezipiert werden, sondern diese auch regelmäßig in den jeweiligen Publikationsorganen veröffentlichen.
Die bibliotheksseitige Mitfinanzierung von Gold-Open-Access-Publikationen kann auch durch eine Kombination vom „schreibenden“ und „lesenden“ Ansatz (mit unterschiedlichen Gewichtungen) motiviert sein. Dies liegt vor, wenn Bücher in Programmbereichen und Reihen sowie Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften nicht nur von den eigenen Angehörigen rezipiert werden, sondern diese auch regelmäßig in den jeweiligen Publikationsorganen veröffentlichen.
## Beispiele für sinnvoll eingesetzte Nutzungsstatistiken
Am Modell [„transcript OPEN Library Politikwissenschaft“](https://www.transcript-verlag.de/open-library-politikwissenschaft) lässt sich aufzeigen, wie Nutzungsstatistiken im Open-Access-Bereich sinnvoll Anwendung finden können. In diesem Modell stellt ein informelles Netzwerk von wissenschaftlichen Bibliotheken über Crowdfunding die gesamte 2019er Frontlist des Programmbereichs Politikwissenschaften von transcript in den Open Access. Bis zum Ende des Finanzierungszeitraums war nicht genau bekannt, welche Autoren welche Bücher publizieren werden. Nur die Titelmenge war auf Grund der Verlagsarbeit genau bekannt und angekündigt.
Am Modell [„transcript OPEN Library Politikwissenschaft“](https://www.transcript-verlag.de/open-library-politikwissenschaft) lässt sich aufzeigen, wie Nutzungsstatistiken im Open-Access-Bereich sinnvoll Anwendung finden können. In diesem Modell stellt ein informelles Netzwerk von wissenschaftlichen Bibliotheken über Crowdfunding die gesamte 2019er Frontlist des Programmbereichs Politikwissenschaften von transcript in den Open Access. Bis zum Ende des Finanzierungszeitraums war nicht genau bekannt, welche Autor_innen welche Bücher publizieren werden. Nur die Titelmenge war auf Grund der Verlagsarbeit genau bekannt und angekündigt.
Viele der Bibliotheken, die sich in der letzten Finanzierungsrunde an dem Modell beteiligt haben, kennen den Verlag und die Programmreihe und haben früher regelmäßig seine Bücher gekauft. Das Feedback, dass die transcript-Bücher von den Angehörigen ihrer Einrichtung tatsächlich genutzt werden, haben Erwerbungsabteilungen über Ausleihstatistiken und - für die elektronische Version - über COUNTER-Reports erhalten.
Ausleihstatistiken entfallen bei Open-Access-Büchern, wenn keine Print-Version angeschafft wurde. Der Wegfall von einrichtungsbasierten COUNTER-Nutzungsstatistiken bei Open-Access-Büchern würde nun dazu führen, dass Bibliotheken gar keine Anhaltspunkte mehr dafür hätten, ob und wie oft das von ihnen mitfinanzierte Open-Access-Buch von den eigenen Angehörigen genutzt wird. Damit ist die Begründung hinfällig, warum ausgerechnet diese Bibliothek sich an der Finanzierung eines öffentlichen Gutes, dem Open-Access-Buch, beteiligen sollte. Primärer Auftrag der wissenschaftlichen Bibliothek ist die Versorgung der Studierenden und Forschenden mit Literatur. Wenn die Nutzung dieser Open-Access-Literatur nicht nachgewiesen werden kann, werden sich die Bibliotheken aus der Finanzierung über kurz oder lang zurückziehen – bis das Finanzierungsmodell kollabiert und keine neuen Publikationen im goldenen Open Access erscheinen.
Auch bei dem Finanzierungsmodell [„Subscribe to Open“](https://oa2020-de.org/blog/2019/05/27/S2O_OAtransformation_Zeitschriften/) von Annual Reviews spielen die einrichtungsbasierten Nutzungsstatistiken eine große Rolle. Neue Subscribe-to-Open-Abonnenten sollen darüber akquiriert, bestehende Abonnenten durch diese in ihrer Entscheidung bestärkt werden. Durch einrichtungsbasierte Nutzungsstatistiken weist der Verlag nach, dass seine Inhalte von den jeweiligen Angehörigen rezipiert werden und es deshalb für die Bibliothek sinnvoll ist, sich an der Finanzierung dieser (und weiterer) Open-Access-Inhalte zu beteiligen.
Auch bei dem Finanzierungsmodell [„Subscribe to Open“](https://oa2020-de.org/blog/2019/05/27/S2O_OAtransformation_Zeitschriften/) von Annual Reviews spielen die einrichtungsbasierten Nutzungsstatistiken eine große Rolle. Neue Subscribe-to-Open-Abonnent*innen sollen darüber akquiriert, bestehende Abonnent*innen durch diese in ihrer Entscheidung bestärkt werden. Durch einrichtungsbasierte Nutzungsstatistiken weist der Verlag nach, dass seine Inhalte von den jeweiligen Angehörigen rezipiert werden und es deshalb für die Bibliothek sinnvoll ist, sich an der Finanzierung dieser (und weiterer) Open-Access-Inhalte zu beteiligen.
## Fazit
Zusammengefasst kann man folgendes sagen:
+ Für Open-Access-Finanzierungsmodelle, die ausschließlich auf den „schreibenden Zugriff“ als Motivation für die Kostenübernahme von Open-Access-Publikationen setzen (bspw. APCs/BPCs), sind einrichtungsbasierte Nutzungszahlen weitgehend irrelevant.
+ Für Open-Access-Finanzierungsmodelle, wo der „lesende“ Zugriff auf Open-Access-Publikationen (teilweise) Motivation für die Kostenübernahme ist, bleiben einrichtungsbasierte Nutzungsstatistiken wichtig.
+ Für Open-Access-Finanzierungsmodelle, die ausschließlich auf das Schreiben (also die Publikationsmöglichkeit) als Motivation für die Kostenübernahme von Open-Access-Publikationen setzen, sind einrichtungsbasierte Nutzungszahlen weitgehend irrelevant.
+ Für Open-Access-Finanzierungsmodelle, wo die Rezeption von Open-Access-Publikationen (teilweise) Motivation für die Kostenübernahme ist, bleiben einrichtungsbasierte Nutzungsstatistiken wichtig.
Selbst wenn einrichtungsbasierte Statistiken die Nutzung durch Angehörige der wissenschaftlichen Einrichtung nicht vollständig erfassen können (IP-Bereich der Einrichtung vs. IP-Adressen der privaten Wohnung der Angehörigen), sind COUNTER-Statistiken ein wichtiges Instrument zur Entscheidungsunterstützung über die Mitfinanzierung von Open-Access-Publikationen, vor allem wenn den wissenschaftlichen Einrichtungen auch an der Rezeption der Inhalte gelegen ist.
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